Newsletter 03

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Die Unterteilung der Berufsvorbereitung in Qualifizierungsphasen: Bausteine und Zertifikate

Nach den Empfehlungen der Arbeitsgruppe “Aus– und Weiterbildung im Bündnis für Arbeit“ soll die berufsvorbereitende Qualifizierungsphase bei den Bildungsträgern in einzelne Lehrabschnitte unterteilt und ausgestaltet werden. Diese Neuausrichtung der Berufsvorbereitung hat zum Ziel, die Jugendlichen stärker auf die fachlichen Anforderungen in der Erstausbildung vorzubereiten. Die in Qualifizierungsbausteine unterteilten Lehrgänge sollen die Lernprozesse besser strukturieren und zugleich flexibler gestalten. Nach Definition der genannten Arbeitsgruppe beschreiben Qualifizierungsbausteine Qualifizierungsergebnisse, die zum Teil einer anerkannten Berufsausbildung zählen. Die Bildungseinrichtungen sollen schließlich in Zertifikaten dokumentieren, welche Kenntnisse die Jugendlichen erworben haben und mit welchen Methoden das Lehrpersonal diese festgestellt hat.

IT-Lehrgang

Hamburger Jugendliche im Grundausbildungslehrgang für berufe der Informations- und Telekommunikationstechnologie. Von links nach rechts: Kossi-Jule Agbemadon, André Taubhorn, vorne Patrick Simon und Christian Markowski.

Die im Rahmen des Nordverbundes miteinander kooperierenden Bildungsträger haben Qualifizierungsabschnitte für die Berufsvorbereitung entwickelt, die Basiswissen im Bereich der Informationstechnologie vermitteln sollen. Da PC und Internetkenntnisse mittlerweile zu den Grundkompetenzen fast aller Ausbildungsberufe zählen, sollen Qualifizierungsbausteine „PC– und Internetgrundlagen“ zukünftig in allen berufsvorbereitenden und berufsorientierenden Lehrgängen zum Einsatz kommen. Medienkompetenz zählt nach übereinstimmender Meinung mittlerweile zu einer der Schlüsselqualifikationen, welche die Chancen der Jugendlichen auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz sowie späteren Arbeitsplatz deutlich erhöhen.

Innerhalb des Nordverbundes ist das Bremer Arbeiter-Bildungs-Centrum beim Entwurf, der Ausarbeitung und Evaluation entsprechender  Lehrabschnitte federführend tätig. Nach einer Unterrichtskonzeption, die bereits ab September 2000 im Schweriner Ausbildungszentrum erfolgreich zum Einsatz kam, erstreckt sich die Vermittlung des informationstechnologischen Wissens auf drei Qualifizierungsbausteine. Diesen Vorschlag hat der Nordverbund auf einer Bremer Fachtagung im Mai 2001 präsentiert. Dort hat sich auf Anregung des Kundenbereichsleiters beim Bremer Arbeitsamt, Herrn Hans-Jürgen Lüschen, eine Arbeitsgruppe gebildet, in der sich gegenwärtig neben dem Arbeitsamt acht weitere Bildungsträger auf ein einheitliches Vorgehen bei der Vermittlung von Grundkompetenzen im Bereich der Informations– und Telekommunikationstechniken verständigen. Dieses Bremer Multimedianetzwerk firmiert mittlerweile unter dem Namen „JINGLE“, ein Initialwort für das Motto „Jugend ans Internet – Berufsvorbereitung/Grundausbildungslehrgänge“.

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Mit drei Qualifizierungsbausteinen zur PC- und Internetkompetenz

Das Basiswissen im Bereich der Informations– und Telekommunikationstechnologie lässt sich in drei Abschnitte gliedern. Zum einen beinhal­tet es Kenntnisse über Hard– und Software so­wie solche zum Betriebssystem (Qualifizie­rungsbaustein I).  Zum anderen zählt Textver­arbeitung zu den Grundkenntnissen (Quali­fizierungsbaustein II) und schließlich darf die Schulung in Internetkenntnissen und elektroni­schen Kommunikationsformen nicht fehlen (Qualifizierungsbaustein III).

IT-Lehrgang

Mary-Ann Fernandez im Grundlehrgang Informations- und Telekommunikationstechniken, Schulungsraum Jugendbildung Hamburg.

Jeder Qualifizierungsbaustein lässt sich in kleinere Elemente unterteilen. Mit diesen einzelnen Lerninhalten werden spezifische Lernziele verfolgt. Zur Umsetzung wiederum bedarf es bestimmter Lernformen und methodischer Handlungsanweisungen, für die ein bestimmtes Zeitbudget zu veranschlagen ist. Zudem ist zu klären, welche räumlichen, sachlichen und personellen Ressourcen einzubringen sind. Schließlich dürfen konkrete Angaben zu den Lernzielkontrollen und ihrer Bescheinigung in Zertifikaten nicht fehlen. Die einzelnen Lehrinhalte und die mit diesen verknüpften Lernziele haben wir auf unserer Homepage in einer Tabelle en détail zusammengestellt. Die Seite findet sich unter der folgenden Adresse:

Qualifzierungsbausteine

Da die Vermittlung von grundlegenden PC- und Internetkenntnissen Bestandteil aller be­rufsvorbereitenden Lehrgänge werden soll, sind die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Teilnehmer zu Beginn in einem Kompetenz­feststellungsverfahren zu ermitteln. Gegenwär­tig entwickeln wir hier in Kooperation mit der Hiba-GmbH handlungsorientierte Potentialanalysen, die wir für die informations­technologische Qualifizierung (IT-Qualifi­zie­rung) als bedeutsam erachten.  Die Me­thoden werden in den im Herbst beginnen­den neuen IT - Grundausbildungslehrgängen gemeinsam mit der Hiba-GmbH im Rahmen einer Praxisbegleitung evaluiert, verfeinert und verbessert.

Aufgrund der sehr heterogenen Zielgruppe ist von stark andersartigen Vorkenntnissen auszugehen. Dies erfordert den Einsatz von Lehrmaterial, das sich durch Auswahl unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen flexibel einsetzen lässt. Gegenwärtig prüfen und evaluieren wir in den IT - Lehrgängen das Lehrmaterial des IFA-Verlages, ob es diesen Anforderungen entspricht. Der genannte Verlag hat den Stoff (Lern– und didaktisches Begleitmaterial in Form von Heften und CDs) gleichfalls in drei Bereiche gegliedert: „Computer selbst zusammenbauen“, „Software optimal einrichten“ und “Internet effektiv nutzen“. Da dieses Lehrmaterial viel intensiver in die Materie einführt, als es erwünscht ist, wird es bei seiner Bewertung vor allem darum gehen, eine geeignete Auswahl von Themen, Übungs– und Prüfaufgaben vorzunehmen.

Bescheinigungen sollen die in der Berufsvorbereitung erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten nachweisen. Ein derartiges Zertifikat soll beschreiben, was die Jugendlichen können, aus welchen Inhalten sich die erworbenen Kenntnisse im Einzelnen zusammensetzen, wie groß der benötigte Zeitumfang gewesen ist und wie die erworbenen Leistungen zu bewerten sind. Innerhalb des Nordverbundes haben wir uns noch darauf zu einigen, in welcher Form ein Zertifikat diese Kriterien erfüllen kann.

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Mit dem Qualifizierungsbaustein "Soziales Training" zur Sozialkompetenz

Neben den Anforderungen an fachliche Qualifikationen erwarten Unternehmen von ihren Auszubildenden vermehrt soziale und personale Talente, die sie dazu befähigen, in einem Arbeitsteam Verantwortung zu übernehmen, Konflikt– und Problemsituationen zu meistern und Arbeitsaufträge eigenständig zu erledigen. Personale und soziale Kompetenz zählt somit zu einer der Schlüsselqualifikationen, die in jedem Ausbildungsberuf  an Bedeutung gewinnt.

Aus diesem Grund entwickelt das Schweriner Ausbildungszentrum derzeit einen Qualifizierungsbaustein „Soziales Training“, der nach einer ersten Evaluation bei allen Bildungsträgern des Nordverbundes zur Anwendung kommen soll.

Zu Beginn des Trainings müssen auch hier in einer Kennenlern– bzw. Einstiegsphase die vorhandenen Fähigkeiten ermittelt werden, damit ein auf den einzelnen Jugendlichen zugeschnittener Förder– bzw. Berufswegeplan erarbeitet werden kann. Drei der bereits oben erwähnten Verfahren der Potenzialanalyse, die wir gegenwärtig zusammen mit der Hiba-GmbH entwickeln, widmen sich speziell den sozialen und personalen Kompetenzen. Während das Bremer Arbeiter-Bildungs-Centrum ein Instrumentarium zur Analyse des Lern- und Problemlösungsverhaltens produziert   (leitfadenorientiertes Eingangsberatung, handlungsorientierte Aufgabenlösung), fertigt Jugendbildung Hamburg ein entsprechendes Werkzeug zur Erkundung der Team- und Kooperationsfähigkeit (handlungsorientierte Projektarbeit). Das Angermünder Bildungswerk wiederum erarbeitet derzeit ein Verfahren zur Feststellung der Selbstdarstellungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit.

Mit Hilfe des Qualifizierungsbausteines “Soziales Training“ sollen die Jugendlichen in die Lage versetzt werden,  ein Arbeitsprodukt arbeitsteilig zu erzeugen. Anschließend sollen sie die Resultate in geeigneter Form präsentieren können. Dies setzt neben dem Vermögen, kooperativ handeln zu können, Arbeitstugenden wie Verlässlichkeit, innere Motivation und Selbstständigkeit voraus.

Soziales Training

Teilnehmer des Lehrganges "Soziales Training" beim Rollenspiel. Von links nach rechts: Falk Wimmer, Janina Lange, Manuela Henning und Tina Langhoff.

Gegenwärtig setzt sich die Qualifizierungsphase zur Sozialkompetenz aus fünf Elementen zusammen. Dabei wird für die Umsetzung des Curriculums ein Zeitaufwand von insgesamt 60 Stunden  veranschlagt. Die Bestandteile des Qualifizierungsbausteines lauten im Einzelnen: Kommunikation und Rhetorik (12 Stunden), kundenorientiertes Interaktionstraining (10 Stunden), Präsentationstechniken (12 Stunden), Stress– und Konfliktbewältigung (14 Stunden) sowie Kreativitätstraining und Teamarbeit (12 Stunden).

Zu diesen Themenfeldern erproben wir gegenwärtig in angeleiteten Kleingruppen handlungsorientierte Trainingsmethoden wie sie die Interaktionspädagogik entwickelt hat (Rollenspiele, Übungen mit Videofeedback, Interaktionstraining etc.). Derzeit noch nicht abgeschlossen sind unsere Überlegungen, mit welchen Lernzielkontrollen die erworbenen Fertigkeiten überprüft werden können. Denn auch auf diesem Lernfeld sollen Qualifizierungsnachweise die einzelnen Leistungen der Jugendlichen dokumentieren.

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Fachtagung in Schwerin: "Innovative Kooperationsformen in der Benachteiligtenförderung"

Das Schweriner Ausbildungszentrum lädt unter obigem Titel zu einer Fachtagung am 7. November 2002 ein. Sie findet statt im InterCity Hotel am Bahnhof (Grunthalplatz). Interessierte werden gebeten, sich über unser Onlineformular anzumelden. Es findet sich unter:

Link zur Anmeldung und zum Tagungsprogramm


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