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Hamburger Lernortverbund - Ausbildung zur Fachkraft für Gastronomie 

Die seit 1998 existente Kooperation zwischen Jugendbildung Hamburg und einer Reihe von Gastronomiebetrieben stand bei der konzeptionellen Entwicklung des Modellvorhabens Pate, denn hier ist es erstmals gelungen, die Ausbildung der Jugendlichen an gleich drei Lernorten zu gestalten. Zur Berufsschule und zum Bildungsträger gesellten sich Fachbetriebe, in denen die Jugendlichen Betriebspraktika absolvieren. Jugendliche mit schlechtem oder gar keinem Hauptschulabschluss erhalten somit die Chance, sich zur „Fachkraft für das Gastgewerbe“ betriebsnah ausbilden zu lassen.

Jugendbildung Hamburg organisiert dabei gemeinsam mit den Firmen und der Berufsschule die zweijährige allgemeinberufliche Fachbildung, welche die Jugendlichen mit einer praktischen und theoretischen Prüfung vor der Handelskammer Hamburg abschließen. Dabei besteht die Dienstleistung des Bildungsträgers in der Koordinierung der Ausbildung sowie der Durchführung von wöchentlichem Förderunterricht und einer kontinuierlichen sozialpädagogischen Betreuung der Jugendlichen.

Dreh– und Angelpunkt dieses Konzeptes stellen die betrieblichen Praktika dar, in denen die Jugendlichen nicht nur den Betriebsalltag kennen lernen und mit ihren Berufswünschen abgleichen, sondern die Betriebe ihrerseits in der Lage sind, die Leistungen der Auszubildenden realitätsbezogen beurteilen zu können. Denn nach wie vor werden an das Personal im Gastgewerbe hohe psychische und physische Anforderungen gestellt.

Um ausreichend Praktika in gastronomischen Betrieben vermitteln zu können, hat der zuständige Lernberater, Heinz Donath, inzwischen an die dreißig Firmen akquiriert, von denen zuvor fast die Hälfte noch nie ausgebildet haben. Wie ist nun, nach über drei Jahren Laufzeit, der Erfolg dieser Maßnahme zu beurteilen?

Auszubildende vor einem Betrieb

Hamburger Auszubildende (Fachkraft im Gastgewerbe) 
vor einem Ausbildungsbetrieb

Es hat sich gezeigt, dass die Resultate je nach Jahrgang sehr unterschiedlich ausgefallen sind. Während von den Auszubildenden des ersten Jahrganges 67 Prozent ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und zum überwiegenden Anteil auch in den ausbildendenden Firmen Arbeit gefunden haben, schafften dies im zweiten Jahrgang bislang weniger.

Dies mag ein Indiz dafür sein, dass viele Jugendliche die beruflichen und berufsschulischen Anforderungen unterschätzen. Die TeilnehmerInnen sollten daher bereits in der Berufsvorbereitung die Gelegenheit erhalten, einen gastronomischen Betrieb über ein Praktikum von innen kennen zu lernen.

Zudem richten wir die konzeptionelle Gestaltung der Ausbildung neu aus: kleinere Berufsschulklassen, Integration von Praxisfeldern innerhalb von Jugendbildung Hamburg und Einbeziehung des gesamten Teams in die Betreuung (Mentorenprinzip). Wir sind sicher, dass sich mit diesen Maßnahmen das Ergebnis wieder deutlich verbessern lassen wird.

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Mechatronikerausbildung in Bremen - Beispiel einer Lernortpartnerschaft 

Der Mechatronikerausbildung in Bremen liegt wie der Hamburger Ausbildung zur Gastronomiefachkraft das gleiche Konzept zu Grunde. Hier wie dort findet die Ausbildung in Betrieb, Berufsschule und Bildungsträger statt. Da das Ausbildungsprofil des 1998 neu geschaffenen Berufes des Mechatronikers bzw. der Mechatronikerin hohe Anforderungen an die Auszubildenden stellt, muss der Berufsschulunterricht in der Benachteiligtenausbildung durch Förderunterricht ergänzt werden. Neben fundierten Kenntnissen in der Mechanik, Elektrotechnik und Englisch verlangt der Beruf Sicherheit in der Elektropneumatik, der Elektrohy-draulik und in der computergestützten Steuerung (SPS).

Das Angebot des Bremer Arbeiter-Bildungs-Centrum richtet sich nun speziell an Jugendliche, die Interesse an diesem Beruf zeigen und gute Kenntnisse in Physik und Mathematik vorweisen, trotzdem aber keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, weil sie entweder keinen Hauptschulabschluss oder als Migranten nur unzureichende Sprachkenntnisse vorweisen können.

Vergleichbar zur Hamburger Ausbildung im Gastgewerbe soll auch in Bremen die enge Kooperation mit verschiedenen Betrieben die Chancen der Jugendlichen auf eine spätere Anstellung erhöhen. Die Verbundausbildung begann 1999 mit einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Deutschen Bahn AG und dem Arbeiter-Bildungs-Centrum als dem vor Ort größten Bildungsdienstleister im gewerblich-technischen Bereich. Während das Arbeitsamt die zusätzlichen Kosten der Ausbildung finanziert, garantiert die Deutsche Bahn bei erfolgreichem Ausbildungsabschluss die spätere Übernahme in Arbeit. Der Bildungsträger wiederum verpflichtet sich, durch gezielten Förderunterricht und sozialpädagogische Begleitung mit dazu beizutragen, dass die Jugendlichen die abschließenden Fachprüfungen auch erfolgreich bestehen.

Von betrieblicher Seite haben in Bremen bereits weitere kleine und mittlere Firmen, aber auch die Deutsche Bahn als größerer Arbeitgeber signalisiert, dass sie an einem Ausbau der Kooperation mit dem Arbeiter-Bildungs-Centrum stark interessiert sind. Während die Deutsche Bahn AG mit einer Ausweitung der Ausbildungsplatzkapazitäten ihren Ausbildungsstandort Bremen absichern möchte, wollen die anderen Betriebe dafür sorgen, dass die Jugendlichen die für die Firmen finanziell aufwendige Ausbildung auch erfolgreich abschließen.


Ausbildungswerkstatt der deutschen Bahn: Heiko Lieders vor 
einem systemprogrammierten Steuerungssystem.

Auf Grund einer Neubewertung der Arbeitsschwerpunkte im Arbeitsamt Bremen ist man an einer weiteren Förderung dieses Modells derzeit nicht mehr interessiert. Doch offensichtlich wächst nicht nur auf dem Arbeitsmarkt die Nachfrage nach Mechatronikern, sondern
ebenso auf dem Ausbildungsmarkt das betriebliche Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Arbeiter-Bildungs-Centrum. Aus diesem Grund finanziert der Bildungsträger derzeit Förderunterricht und sozialpädagogische Betreuung des Ausbildungjahrganges 2001 mit eigenen Mitteln.

Ziel dieser Vorleistung ist es, die Kontakte zu den Unternehmen zu pflegen und zu nutzen, um gegenüber dem Arbeitsamt die Notwendigkeit einer derartigen Verbundausbildung zu unterstreichen. Eine Gesprächsrunde aller drei Parteien ist derzeit für den Januar 2002 anberaumt. Dort gilt es deutlich zu machen, dass eine derartige Gemeinschaftsarbeit vielen Jugendlichen die Tür zu einem neuen und attraktiven Beruf öffnet, die ihnen ohne spezielle Förderung verschlossen bliebe. Für diese Perspektive spricht bereits, dass sich gegenwärtig mit Unterstützung des Arbeiter-Bildungs-Cen-trums zwei Frauen bei der Deutschen Bahn AG zur Mechatronikerin ausbilden lassen.

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Neue IT- und Medienlehrgänge in der Berufsvorbereitung

Im Laufe der Monate September bis Anfang November haben die in den Nordverbund integrierten neuen Grund– und Förderlehrgänge zur Informations– und Telekommunikationstechnologie begonnen. Je nach Ausschreibung des jeweiligen Bildungsträgers und Nachfrage auf Seiten der Jugendlichen weisen die zuständigen Arbeitsämter den jeweiligen Kursen eine unterschiedliche Anzahl von Jugendlichen zu. Zudem unterscheidet sich der Lehrgang in Schwerin von denen in Angermünde, Bremen und Hamburg. Während es sich in Schwerin um einen Kurs zur Eingliederung von Schulabbrechern handelt, zielen die Angebote an den anderen Orten darauf ab, die TeilnehmerInnen in Ausbildungsplätze der IT– und Medien-Branche zu vermitteln. Diese Differenz spiegelt sich auch in dem präsentierten Diagramm zur Schulbildung wider. Die 30 Prozent der TeilnehmerInnen ohne Schulabschluss stammen allesamt aus Schwerin.

Schulabschlüsse 2001

Doch auch dann, wenn diese Gruppe nicht berücksichtigt wird, veranschaulicht die Grafik, dass das Ausbildungsniveau der Jugendlichen breit streut. Dieser Befund verdeutlicht, dass selbst ein Fachabitur oder Abitur heute keine Gewähr mehr dafür bietet, in den attraktiven Informations– und Medienberufen einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Dies gilt insbesondere für die Jugendlichen in Ostdeutschland.

Laut Konzeption sollen die Lehrgänge gerade denjenigen Gruppen zugute kommen, denen es bislang besonders schwer fällt, in den Berufen der Informations– und Kommunikationstechnologie Fuß zu fassen: Jugendliche ausländischer Herkunft sowie junge Frauen. Auf Grund der unterschiedlichen Bevölkerungsstruktur ist die erstgenannte Gruppe nur in Bremen und Hamburg vertreten. Hier sank ihr Anteil von 30 Prozent im Vorjahr auf 24 Prozent in diesem Jahr.

Erfreulicherweise ist hingegen der Frauenanteil gestiegen. Während junge Frauen im ersten Jahrgang mit 35,4 Prozent noch unterrepräsentiert waren, stellen sie in den diesjährigen Kursen genau die Hälfte der Teilnehmer.

Im Verlauf der kommenden Monate werden die Jugendlichen von unseren LernortkoordinatorInnen in betriebliche Praktika vermittelt. Wie die Auswertung des ersten Jahrganges bereits ergeben hat, öffnen die Praktika die Tür zur späteren betrieblichen Ausbildung.

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Fachtagung in Hamburg: "Betriebliche Qualifizierung benachteiligter Jugendlicher"

Link zum Bericht und Tagungsprogramm


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