Newsletter 01

Über unsere Arbeit informiert ein mehrmals jährlich erscheinender Newsletter.  Zu bestellen sind die Newsletter direkt über unser Online-Formular.


Zu den Aufgaben der Lernortkoordination

Die LernortkoordinatorInnen stellen eines unserer wichtigsten Instrumente dar, um Jugendliche mit besonderem Förderbedarf in betriebliche Ausbildung zu vermitteln. Denn um ausbildungswillige Jugendliche und ausbildende Betriebe zusammenzubringen, bedarf es auf Seiten der Jugendlichen einer Klärung, welche Interessen und Motivation sie mitbringen, um eine bestimmte Ausbildung beginnen zu wollen. Zudem sind die fördernden wie hindernden Bedingungen in ihrem persönlichen wie sozialen Umfeld in Erfahrung zu bringen. Des weiteren müssen die schulischen Qualifikationen und beruflichen Erfahrungen sowie Fertigkeiten und Fähigkeiten der Jugendlichen ermittelt werden, um eine möglichst passgenaue Integration in Ausbildung und Beruf sicherzustellen.

Aufgaben des Lernortkoordinators

Auf Seiten der Firmen gilt es zu klären, welche konkreten betrieblichen Bedingungen existieren und welcher Unterstützungsbedarf angemeldet wird. Zudem sind die jeweiligen Anforderungsprofile zu erfassen und mit den fachlichen Fähigkeiten der Jugendlichen abzugleichen.

Schließlich stellt der Lernort Betrieb die Anforderung, als Arbeitswelt so genommen zu werden, wie er unter den ökonomischen Rahmenbedingungen existiert. Er verlangt nach einem Begleitsystem, das die Akteure darin unterstützt, auftretende Schwierigkeiten zu bewältigen.

Dieses ganze Bündel von Aufgaben lässt sich nur durch eine multiprofessionelle Koordinierung zufriedenstellend lösen. Sie wird an jedem unserer Lernorte (Angermünde, Bremen, Hamburg, Schwerin) von einer Lernortkoordinatorin bzw. einem Lernortkoordinator wahrgenommen.

In der Lernortkoordination wird für jeden Jugendlichen eine Berufswegeplanung entwickelt, die maßgeschneiderte Übergänge von der Berufsvorbereitung und der außerbetrieblichen Ausbildung in die betriebliche Ausbildung garantiert. Diese Tätigkeit gliedert sich in zwei Schwerpunkte:

Akquisition und Betreuung von Betrieben                  Zurück zum Inhalt

Die LernortkoordinatorInnen nehmen Kontakt zu Betrieben auf, die den Jugendlichen Praktikums- oder Ausbildungsplätze anbieten können. Dabei legen sie besonderes Gewicht auf die Akquisition solcher Betriebe, die noch nicht oder nicht mehr ausbilden. Sie bieten Hilfestellungen und Dienstleistungen an, indem sie in folgenden Arbeitsfeldern tätig werden:

dot

Kontakte zu Berufsschulen, Arbeitsämtern und berufsständischen Körperschaften (Handwerkskammer, Handelskammer) herstellen, wenn Fragen etwa zum Abfassen von Praktikums- und Ausbildungsverträgen zu klären sind oder geprüft werden soll, ob der Betrieb als offizielle Ausbildungsstätte zugelassen werden kann,

dot

gemeinsam mit den Betrieben Ausbildungspläne zusammenstellen, die in gesamtbetriebliche Ausbildungsrahmenpläne eingebunden  werden,

dot

Auswahl von Bewerberinnen und Bewerbern, indem die betrieblichen Erfordernisse und Strukturen mit den Wünschen und Eignungsprofilen der Jugendlichen abgeglichen werden,

dot

gezielte Vorbereitung der Jugendlichen auf den Betriebsalltag sowie begleitende Unterstützung während der Ausbildung, die bei Bedarf durch besondere Förderung flankiert wird. Die gesamte Palette der oben genannten Angebote versteht sich auch als ein Anreizsystem für die Betriebe. Ihnen soll der Einstieg in die Berufsausbildung benachteiligter Jugendlicher schmackhaft gemacht werden.

Beratung und Betreuung der Jugendlichen                 Zurück zum Inhalt

Die ausbildungswilligen Jugendlichen werden mit einem ganzen Bündel von Fördermaßnahmen auf die betriebliche Ausbildung vorbereitet. Zu Beginn der Phase der Berufsorientierung unterstützen die LernortkoordinatorInnen die Jugendlichen bei ihrem Berufswahlprozess. Zu diesem Zweck werden mehrere Einzelgespräche geführt. Der Phase der Berufsorientierung schließt sich ein umfassendes Bewerbungstraining an, um die Erfolgsaussichten bei der Suche nach Praktikums- bzw. Ausbildungsplätzen zu erhöhen. Die LernortkoordinatorInnen erstellen parallel hierzu mit den SozialpädagogInnen der Bildungsträger phasenbezogene individuelle Förderpläne, welche die Grundlage für die spätere betriebliche Ausbildung der Jugendlichen darstellen.

Im ersten Jahr des laufenden Modellvorhabens sind die Jugendlichen zum überwiegenden Teil erfolgreich in Betriebspraktika vermittelt worden. Langfristiges Ziel ist es, sie in die betriebliche Ausbildung zu überführen. Diejenigen TeilnehmerInnen, die trotz intensiver Vermittlungsbemühungen gegen Ende der Berufsorientierung nicht in Firmen vermittelt wurden, können die Angebote der außerbetrieblichen Ausbildung annehmen. Für diese Jugendlichen besteht die Option, nach dem ersten erfolgreich absolvierten Lehrjahr in außerbetrieblicher Ausbildung in die betriebliche Lehre zu wechseln.

Während des Praktikums bieten die LernortkoordinatorInnen auf niedrigschwelligem Niveau zugängliche Unterstützung an. Über regelmäßige Betriebsbesuche und über Gespräche mit den Verantwortlichen im Betrieb halten sie sich über Leistungsverhalten und berufliche Eignung des Jugendlichen auf dem Laufenden. Sie tragen den Jugendlichen parallel hierzu Hilfen in schulischen Angelegenheiten an, stärken bei Bedarf das persönliche Umfeld der Praktikanten und greifen im Konfliktfall mit dem Betrieb schlichtend ein. Nach erfolgreichem Abschluss des Praktikums sondieren sie in Gesprächen mit allen Beteiligten Möglichkeiten zur Integration der Jugendlichen in betriebliche Ausbildung.

Benachteiligte ans Netz: EDV- und Internetgrundlagen in der Berufsorientierung

Benachteiligte ans Netz

Jugendliche haben zukünftig nur noch dann Chancen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten, wenn sie in der Lage sind, den PC als Arbeitsgerät und Bildungsquelle zu nutzen. Da diese Kenntnisse mittlerweile zu den Grundkompetenzen fast aller Ausbildungsberufe zählen, haben sich die Partner des Modellversuchs für die Ausbildung benachteiligter Jugendlicher in der Informations- und Telekommunikationstechnik stark gemacht. In diesem Rahmen hat sich das Schweriner Ausbildungszentrum mit seinem Angebot auf die Ausbildung von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf konzentriert. Diese Zielgruppe wird in einem speziellen Lehrgang zur Verbesserung beruflicher Bildungs- und Eingliederungschancen (BBE-Lehrgang) auf die betriebliche (wie außerbetriebliche) Ausbildung vorbereitet. Der dem Modellversuch zugeordnete Lehrgang „EDV- und Internetgrundlagen“ will den benachteiligten Jugendlichen Grundkenntnisse im Umgang mit dem PC, Anwendungssoftware und dem Internet vermitteln. Zu diesem Zweck ist in einem ersten Schritt ein Qualifizierungsbaustein „EDV- und Internetgrundlagen“ entwickelt und erprobt worden. Er setzt sich zusammen aus den folgenden fünf Modulen:

dot PC-Hardware/Betriebssysteme,
dot Textverarbeitung,
dot Tabellenkalkulation,
dot Präsentation,
dot Informations- und Kommunikationsnetze.
Vorkenntnisse zu Beginn der Maßnahme

Die jeweiligen Themenbereiche führen nicht nur zu den Berufen der Information und Telekommunikation, sondern verkörpern Grundkompetenzen für alle Ausbildungsberufe, in denen der PC als Arbeitsmittel eingesetzt wird. Zudem gliedern sie den Ausbildungsverlauf in inhaltlich und zeitlich überschaubare und aufeinander abgestimmte Abschnitte. Wie die  obige Abbildung illustriert, sind die Vorkenntnisse hinsichtlich der elektronischen Datenverarbeitung und der Arbeit im Internet breit gestreut. Diese Ausgangssituation stellt besondere didaktische und fachliche Ansprüche an das Ausbildungspersonal.

Erste Lehr- und Lernerfolge   Zurück zum Inhalt

Kompetenzen nach Ende der Maßnahme

Es hat sich gezeigt, dass benachteiligte Jugendliche PC- und Internetkompetenz auch in einem berufsvorbereitenden Lehrgang erfolgreich erwerben können, wenn sie während der gesamten Maßnahme individuell leistungsfördernd betreut werden. Auf Grund der Attraktivität, die das Medium Internet für die Jugendlichen besitzt, haben diese den Lernstoff mit hohem Engagement, starker Ausdauer und ungewohnter Konzentration bewältigt. Der Unterrichtsstoff ist jedoch noch stärker in praktischen Übungen anzuwenden, damit die Jugendlichen ihn später richtig beherrschen können. Diesen Schluss legen die Prüfergebnisse eines umfangreichen Testes nahe, den wir gegen Ende der Qualifizierungsmaßnahme durchgeführt haben. Die erworbenen informationstechnologischen Kenntnisse und Fertigkeiten sind deutlich gestiegen und lassen sich im Vergleich zum Beginn der berufsvorbereitenden Maßnahme überwiegend mit gut bewerten.

(...)

Schlussfolgerungen        Zurück zum Inhalt

Unsere bisherigen Erfahrungen in Maßnahmen der Berufsvorbereitung (Schwerin) und in Grundausbildungslehrgängen (Angermünde, Bremen und Hamburg) entkräften Vorbehalte und Bedenken, nach denen benachteiligten Jugendlichen keine PC- und Medienkompetenz vermittelt werden könnten, da sie dabei überfordert seien. Die TeilnehmerInnen in unseren Kursen sind in der Regel auf Grund sozialer Bedingungen benachteiligt und erbringen dann gute Leistungen, wenn sie neben der Fachausbildung sozialpädagogisch betreut werden. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, in welchem Umfang die KursteilnehmerInnen des ersten Jahrganges in betriebliche Ausbildung vermittelt werden können.


Links zu allen Newslettern, Pressespiegel und Fachpublikationen


Home   Zurück zur Startseite