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Gabriel Bispo

Gabriel Bispo als Praktikant im Blockhaus, Hamburg

Die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt hat sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Die statistischen Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom Mai 2004 belegen, dass in Westdeutschland für jede Berwerberin bzw. jeden Bewerber nur 0,88 Ausbildungsstellen zur Verfügung stehen, in Ostdeutschland sogar nur 0,35 Stellen pro Berwerber/in [Quelle Bundesagentur für Arbeit].

Doch selbst das nahezu ausgeglichenen Verhältnis zwischen Ausbildungsplatzangebot und –nachfrage bedeutet nicht, dass jedem Jugendlichen ein entsprechendes Angebot unterbreitet werden kann. Hinzu kommt, dass gerade Jugendliche mit besonderem Förderbedarf aufgrund fehlender oder schlechter Schulabschlüsse auf dem Ausbildungsmarkt immer geringere Chancen haben und häufig bereits an der so genannten Ersten Schwelle, beim Übergang von der Schule in ein Ausbildungsverhältnis, scheitern.

Auf den Engpass im Ausbildungsstellenmarkt reagiert der Staat seit Jahren mit der Finanzierung außerbetrieblicher Ausbildungslehrgänge. Als problematisch hat sich hier jedoch gezeigt, dass Jugendliche aus außerbetrieblichen Ausbildungslehrgängen deutlich geringere Chancen haben, am Ende ihrer Berufsausbildung einen Arbeitsplatz zu finden als Jugendliche mit betrieblichem Ausbildungshintergrund. Empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass Unternehmen bei ihrer Einstellungspraxis Wert auf eine berufliche Qualifizierung unter realen Arbeitsbedingungen legen (Gericke Thomas, Duale Ausbildung für Benachteiligte – Eine Untersuchung zur Kooperation von Jugendsozialarbeit und Betrieben, Verlag Deutsches Jugendinstitut, München 2003, S. 127ff.).

Angesichts dieser Situation entwickeln die im Nordverbund zusammengeschlossenen Bildungsträger im Rahmen dieses Modellvorhabens Strategien, um Betriebe dazu zu bewegen, erneut oder wieder vermehrt als Ausbildungsorte für Jugendliche mit schlechten Startchanchen zu fungieren. Bereits während der Berufsausbildungsvorbereitung lernen sich Jugendliche und Betriebe kennen. Die berufliche Vorqualifizierung und Ausbildung findet zu großen Teilen im Betrieb statt.


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